by Anna-Christin Wundsam4 min min read

Freiberufler in Deutschland: Der vollständige Leitfaden zum Verständnis der Steuernummer

06 Mar 26
Blog Image

Die Steuernummer für Freiberufler in Deutschland – einfach erklärt

Steuernummer, Steuer-ID, Umsatzsteuer-ID – gerade am Anfang wirken diese Begriffe schnell verwirrend. Wenn du dich als Freiberufler selbstständig machst, gehört der Kontakt mit dem Finanzamt allerdings dazu. Keine Sorge: Wir erklären dir verständlich, welche Nummer wofür da ist, worin die Unterschiede liegen – und welche du wirklich benötigst, um entspannt starten zu können.

Was ist eine Steuernummer?

Die Steuernummer ist so etwas wie ein Kennzeichen für Unternehmen und Selbstständige. Damit weiß dein zuständiges Finanzamt, dass es dich gibt, und kann deine Tätigkeit eindeutig zuordnen.

Wichtig ist die Abgrenzung zur Steuer-ID: Diese bekommst du automatisch zugeteilt, sie ist persönlich und begleitet dich ein Leben lang. Die Steuernummer hingegen bezieht sich auf deine selbstständige Tätigkeit.
Ziehst du um und ein anderes Finanzamt wird zuständig, erhältst du eine neue Steuernummer. Auch wenn du ein neues Unternehmen gründest, benötigst du eine neue – ganz ähnlich wie bei einem neuen Auto mit neuem Kennzeichen.

Egal ob Unternehmensgründung oder freiberufliche Tätigkeit: Ohne Steuernummer geht es nicht. Du brauchst sie für deine Rechnungen und gibst sie bei deiner Steuererklärung an.
 

Gut zu wissen: 

 

Die Steuer-ID ist deine persönliche Identifikationsnummer für steuerliche Zwecke. Du bekommst sie automatisch zugeteilt – in der Regel kurz nach deiner Geburt oder bei der Anmeldung in Deutschland. Sie bleibt dein ganzes Leben lang gleich, egal ob du umziehst, den Job wechselst oder dich selbstständig machst.

 

Das Finanzamt nutzt die Steuer-ID, um steuerlich relevante Informationen eindeutig dir zuzuordnen. Für dich bedeutet das vor allem: weniger Papierkram und eine einfachere Kommunikation mit den Behörden, besonders bei elektronischen Verfahren.

Du benötigst die Steuer-ID zum Beispiel für deine Steuererklärung, für Anträge oder im Kontakt mit deinem Finanzamt. Rechnungen schreibst du damit allerdings nicht – dafür ist die Steuernummer zuständig.

Wer bekommt eine Steuernummer?

 

Eine Steuernummer erhältst du immer dann, wenn du steuerlich beim Finanzamt erfasst wirst. Für Freiberufler:innen passiert das in der Regel, sobald du deine selbstständige Tätigkeit anmeldest und den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung einreichst.

 

Auch Unternehmen oder Personen, die regelmäßig eine Steuererklärung abgeben, bekommen eine Steuernummer zugeteilt. Sie dient dem Finanzamt dazu, deine steuerlichen Vorgänge eindeutig deiner Tätigkeit oder deinem Unternehmen zuzuordnen.

Wie sieht die Steuernummer aus?

Die Steuernummer besteht in Deutschland aus einer 13-stelligen Zahlenfolge. Auf den ersten Blick wirkt sie wie eine zufällige Reihe von Ziffern, tatsächlich steckt jedoch ein klares System dahinter.

Die Nummer enthält unter anderem eine Kennung des zuständigen Finanzamts, eine Bezirksnummer innerhalb des Finanzamts, eine persönliche Unterscheidungsnummer sowie eine Prüfziffer am Ende.

Durch die Einführung des elektronischen Steuerverfahrens ELSTER wurde das Format bundesweit vereinheitlicht. Trotzdem kann die Steuernummer je nach Finanzamt leicht unterschiedlich aufgebaut sein, da bestimmte Ziffern anzeigen, welches Finanzamt für dich zuständig ist. Genau deshalb kann sich deine Steuernummer auch ändern, wenn du umziehst und ein anderes Finanzamt für dich zuständig wird.

So bekommt man als Freiberufler eine Steuernummer

Wann genau musst du deine Steuernummer beantragen? Am besten so früh wie möglich, nachdem du deine freiberufliche Tätigkeit aufgenommen hast. Als Freiberufler hast du zwar keinen Gang zum Gewerbeamt, dafür bist du selbst dafür verantwortlich, deine Tätigkeit beim Finanzamt anzumelden.

Die Steuernummer erhältst du, indem du den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllst. Dieser ist recht umfangreich und kann auf den ersten Blick überwältigend wirken. Deshalb haben wir bei Shine einen Leitfaden speziell für Gründer und Freiberufler erstellt, der dich Schritt für Schritt durch das Formular führt. Wichtig zu wissen: Der Fragebogen kann nur online über das ELSTER-Portal eingereicht werden.

Besonders relevant für Freiberufler sind dabei hauptsächlich zwei Punkte: 

  • die Schätzung deiner voraussichtlichen Einnahmen
  • eine kurze, verständliche Beschreibung deiner Tätigkeit

Außerdem entscheidest du hier, ob du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen möchtest oder nicht. Nach dem Absenden heißt es kurz Geduld haben. In der Regel dauert es ein paar Wochen, bis du Post vom Finanzamt bekommst – darin findest du dann deine persönliche Steuernummer für deine freiberufliche Tätigkeit.
 

Ich habe schon eine, aber wo finde ich meine Steuernummer?
 

Deine Steuernummer findest du in verschiedenen offiziellen Dokumenten des Finanzamts. Häufig steht sie zum Beispiel auf deinem Einkommensteuerbescheid, auf Schreiben des Finanzamts oder in anderen Steuerunterlagen.

 

Wenn du bereits Rechnungen geschrieben hast, findest du sie meist auch dort wieder. Solltest du sie einmal nicht zur Hand haben, kannst du sie in der Regel auch beim zuständigen Finanzamt erfragen.

Steuernummer vs. Umsatzsteuer-ID

Dir begegnen als Selbstständige:r in Deutschland zwei wichtige Nummern: die Steuernummer und die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.). Beide dienen der steuerlichen Identifikation deines Unternehmens, haben jedoch unterschiedliche Funktionen.

Die Steuernummer wird vom Finanzamt vergeben und ist deine zentrale Nummer für steuerliche Angelegenheiten in Deutschland. Sie wird zum Beispiel bei Steuererklärungen oder auf Rechnungen innerhalb Deutschlands verwendet. Da sie an das zuständige Finanzamt gebunden ist, kann sie sich ändern, wenn du umziehst oder dein Unternehmen einem anderen Finanzamt zugeordnet wird.

Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) hingegen wird vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) vergeben. Sie wird vor allem für Geschäfte zwischen Unternehmen innerhalb der EU benötigt. Wenn du Waren oder Dienstleistungen an Unternehmen in anderen EU-Ländern verkaufst oder selbst Leistungen von ihnen beziehst, musst du eine USt-IdNr. beantragen und auf deinen Rechnungen angeben.

Nicht immer ist sie jedoch notwendig: 

  • Arbeitest du ausschließlich innerhalb Deutschlands oder verkaufst du im EU-Ausland nur an Privatpersonen, reicht in der Regel deine Steuernummer
  • Auch Kleinunternehmer:innen, die keine innergemeinschaftlichen B2B-Geschäfte tätigen, benötigen meist keine USt-IdNr.

Kurz gesagt: Die Steuernummer benötigst du für steuerliche Vorgänge in Deutschland – die USt-IdNr. für Geschäfte zwischen Unternehmen innerhalb der EU.

Wirtschafts-Identifikationsnummer (W-IdNr.)

Auch Freelancer, Freiberufler und Solo-Selbstständige erhalten künftig eine Wirtschafts-Identifikationsnummer (W-IdNr.). Sie dient dazu, wirtschaftlich tätige Personen und Unternehmen in Deutschland eindeutig in Steuer- und Verwaltungsverfahren zu identifizieren. Ziel ist es, die Kommunikation mit Behörden zu vereinfachen und Verwaltungsprozesse stärker zu digitalisieren.

Die Vergabe erfolgt automatisch durch das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) – ein Antrag ist nicht erforderlich. Freiberufler, die bereits eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) besitzen, nutzen diese in der Regel künftig gleichzeitig als Wirtschafts-Identifikationsnummer. Wer keine USt-IdNr. hat, erhält seine W-IdNr. im Rahmen der schrittweisen Einführung über das ELSTER-Portal mitgeteilt.

Für Freelancer wichtig zu wissen: Im Alltag ändert sich zunächst wenig. Die W-IdNr. ersetzt weder die Steuernummer noch die USt-IdNr., sondern ergänzt bestehende Identifikationsnummern. Langfristig soll sie jedoch dafür sorgen, dass Daten zwischen Behörden einfacher ausgetauscht werden können und Selbstständige bestimmte Angaben nur noch einmal machen müssen (sogenanntes „Once-Only-Prinzip“).

Häufige Fehler und Stolperfallen

Gerade am Anfang der Selbstständigkeit kommt es häufig zu kleinen Missverständnissen rund um Steuernummer, Steuer-ID und Umsatzsteuer-ID. Ein typischer Fehler ist zum Beispiel, die Steuer-ID auf Rechnungen anzugeben. Diese ist jedoch nur für persönliche steuerliche Angelegenheiten gedacht – auf Rechnungen gehört stattdessen die Steuernummer oder die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer.

Auch die Anmeldung der freiberuflichen Tätigkeit beim Finanzamt wird manchmal zu spät erledigt. Wichtig ist, den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung möglichst früh über ELSTER einzureichen, damit du deine Steuernummer rechtzeitig erhältst und problemlos Rechnungen schreiben kannst.

Ein weiterer Stolperstein betrifft die USt-IdNr. bei EU-Geschäften. Wer mit Unternehmen in anderen EU-Ländern arbeitet, benötigt diese Nummer und muss sie korrekt auf Rechnungen angeben. Fehlt sie, kann das zu Problemen bei der steuerlichen Abwicklung führen.

Steuernummer, Steuer-ID und Umsatzsteuer-ID erfüllen unterschiedliche Aufgaben – und gerade am Anfang kann es schwierig sein, den Überblick zu behalten. Wenn du weißt, welche Nummer wofür gedacht ist und wann du sie benötigst, lassen sich viele typische Fehler leicht vermeiden. Mit den richtigen Tools wird die Verwaltung deiner Selbstständigkeit noch einfacher. Lösungen wie Shine helfen dir dabei, wichtige steuerliche Aufgaben zu organisieren, Rechnungen korrekt zu erstellen und den administrativen Aufwand deutlich zu reduzieren – damit du dich stärker auf deine eigentliche Arbeit konzentrieren kannst.

Wichtige Fragen zur Steuernummer

Ja. Sobald du eine freiberufliche Tätigkeit aufnimmst und diese beim Finanzamt anmeldest, erhältst du eine Steuernummer. Ohne sie kannst du in der Regel keine Rechnungen schreiben und deine Steuererklärung nicht korrekt einreichen.

Die Steuer-ID ist eine persönliche Identifikationsnummer, die du automatisch erhältst und die dein ganzes Leben lang gleich bleibt. Die Steuernummer hingegen bezieht sich auf deine selbstständige Tätigkeit und wird vom Finanzamt vergeben. Sie kann sich zum Beispiel ändern, wenn du umziehst und ein anderes Finanzamt zuständig wird.

Eine USt-IdNr. benötigst du vor allem, wenn du mit Unternehmen in anderen EU-Ländern Geschäfte machst. In diesem Fall musst du sie auf deinen Rechnungen angeben. Arbeitest du ausschließlich in Deutschland oder verkaufst im EU-Ausland nur an Privatpersonen, reicht meist deine Steuernummer.

Ähnliche Artikel